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Zur Person
Der "gelernte" Radio-Moderator Uli Potofski (57) wechselte 1984 zum Luxemburger Privatsen- der RTL und war dort zehn Jahre lang Sport-Chef der Redaktion. Heute arbeitet der gebürtige Westfale als TV- Produzent, Buchautor und Fernsehkommen- tator.

Fußball-Weltmeisterschaft
In den kommenden Wochen werden Unternehmer, Führungskräfte und Manager vor Kollegen und Mitarbeitern wieder ihr wahres Gesicht zeigen: Ob in Fahrstuhl oder Kantine, Büroflur oder Konferenzraum – entweder sind es Fußballhasser oder leidenschaftliche Freunde des rollenden Leders, die sich vom Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft an gegenüberstehen.
Bis Mitte Juli, das sollte in Ihrer finalen Teambesprechung vor dem Turnierauftakt klar zum Ausdruck kommen, ist für Randgruppen nur wenig Platz. Allenfalls bekennende Ignoranten, die unbefangen aus ihrer Ahnungslosigkeit keinen Hehl machen, können auf Gnade hoffen.
Und ambitionierte Mitläufer des Kick and Rush, die sich – am Spielfeldrand von Fachgesprächen sachkundiger Kollegen, quasi „pre-event“ – rechtzeitig nötiges Halbwissen angelauscht haben, dürfen bis zum Turnierfinale ihr Bleiberecht im Büro aufs Spiel setzen. Aber auch nur mit Glück. Denn: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, sagte schon Otto Rehhagel. Und übertragen auf den grünen Rasen, kommen schlaue Beiträge der Sorte „Ich bin gespannt, wie Nord- gegen Südkorea spielt“ einer verbalen Blutgrätsche gleich – und werden mit der Roten Karte bestraft. Im Klartext: Unmittelbar droht Ihnen der Ausschluss aus allen Kollegengesprächen für den Rest dieses Sommers. Mittelfristig – für den Fall, dass es tatsächlich zum innerkoreanischen Kickergipfel kommt – ein Verfahren „wg. Verdachts der Mitgliedschaft einer internationalen Wettmafia“. Otto Rehhagel – das nur zur weiteren Hilfestellung – ist übrigens auch nicht „der griechische Trainer“, sondern der Trainer der Griechen. Aber das werden selbst einige meiner Kollegen sprachlich durcheinanderbringen.
Und ambitionierte Mitläufer des Kick and Rush, die sich – am Spielfeldrand von Fachgesprächen sachkundiger Kollegen, quasi „pre-event“ – rechtzeitig nötiges Halbwissen angelauscht haben, dürfen bis zum Turnierfinale ihr Bleiberecht im Büro aufs Spiel setzen. Aber auch nur mit Glück. Denn: „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, sagte schon Otto Rehhagel. Und übertragen auf den grünen Rasen, kommen schlaue Beiträge der Sorte „Ich bin gespannt, wie Nord- gegen Südkorea spielt“ einer verbalen Blutgrätsche gleich – und werden mit der Roten Karte bestraft. Im Klartext: Unmittelbar droht Ihnen der Ausschluss aus allen Kollegengesprächen für den Rest dieses Sommers. Mittelfristig – für den Fall, dass es tatsächlich zum innerkoreanischen Kickergipfel kommt – ein Verfahren „wg. Verdachts der Mitgliedschaft einer internationalen Wettmafia“. Otto Rehhagel – das nur zur weiteren Hilfestellung – ist übrigens auch nicht „der griechische Trainer“, sondern der Trainer der Griechen. Aber das werden selbst einige meiner Kollegen sprachlich durcheinanderbringen.
Eine Orientierungshilfe
Doch zurück zum Thema. Glauben Sie mir, ob bei den Olympischen Spielen, der Formel 1 oder eben beim Fußball – ich habe sie alle kennengelernt. Und ob Männer oder Frauen – in eine der folgenden Gruppen kann man jeden mehr oder weniger sportaffinen Menschen einordnen.
Doch jetzt mal zu Ihnen ganz persönlich: Egal, ob Sie sich – ab Anstoß Johannesburg, 11. Juni, 16 Uhr Ortszeit, Südafrika gegen Mexiko – von einer Seite zeigen, die niemand von Ihnen erwartet hätte, oder ob Sie das Bild bedienen, das Ihre Kollegen schon vorher von Ihnen hatten – welches der Profile trifft auf Sie?
Im Fall, dass da Zweifel aufkommen, unter Ihnen und Ihren Kollegen – hier eine Orientierungshilfe:
Wenn Sie die zunehmende Zahl fähnchendekorierter Firmenwagen Ihrer Mitarbeiter für den täglichen Aufmarsch der Flotten des diplomatischen Corps halten, sind Sie ein hoffnungsloser Fall. Allerdings nicht ohne Aussicht, das bunte Farbenspiel vom Bürofenster aus auch in den kommenden Wochen beobachten zu dürfen. Halten Sie sich einfach fern von den Kollegen, schalten Sie Ihren Bürofernseher aus dem Standby-Modus wirklich aus und – dann wird es schon irgendwie gutgehen.
Doch jetzt mal zu Ihnen ganz persönlich: Egal, ob Sie sich – ab Anstoß Johannesburg, 11. Juni, 16 Uhr Ortszeit, Südafrika gegen Mexiko – von einer Seite zeigen, die niemand von Ihnen erwartet hätte, oder ob Sie das Bild bedienen, das Ihre Kollegen schon vorher von Ihnen hatten – welches der Profile trifft auf Sie?
Im Fall, dass da Zweifel aufkommen, unter Ihnen und Ihren Kollegen – hier eine Orientierungshilfe:
Wenn Sie die zunehmende Zahl fähnchendekorierter Firmenwagen Ihrer Mitarbeiter für den täglichen Aufmarsch der Flotten des diplomatischen Corps halten, sind Sie ein hoffnungsloser Fall. Allerdings nicht ohne Aussicht, das bunte Farbenspiel vom Bürofenster aus auch in den kommenden Wochen beobachten zu dürfen. Halten Sie sich einfach fern von den Kollegen, schalten Sie Ihren Bürofernseher aus dem Standby-Modus wirklich aus und – dann wird es schon irgendwie gutgehen.

