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Tobias Schrödel (40)
Der Delivery Solution Manager bei T-Systems ist Autor des Buches „Hacking für Manager“ – auf der Frankfurter Buchmesse 2011 ausgezeichnet als „Wirtschaftsbuch des Jahres“ mit dem getAbstract International Book Award.

Vorsicht vor Fleckfieber!

„Tracking Dots“, versteckte Markierungen auf Ausdrucken und Kopien, sind latente Verräter wichtiger Daten. Das größte Problem dabei: Nur die wenigsten Anwender wissen, welche reale Gefahr von den Druckern und Kopierern in ihren Büros ausgeht.
Immer mehr Firmen wechseln heute bei Druckern und Kopierern vom Kaufvertrag zum Mietvertrag. Das spart neben Geld auch Aufwand bei der Wartung. Der Vermieter kümmert sich darum, dass immer Toner im Gerät ist, und wenn es mal eine Störung gibt, dann ruft das Gerät den Drucker-Notarzt gleich automatisch. Sinnvollerweise wird in ein zentrales Multifunktionsgerät pro Stockwerk investiert, denn so verschwinden nach und nach die Druckmaschinen aus den Büros der Mitarbeiter.
Das ist gesundheitsfördernd, weil die giftigen Tonerpartikel nicht mehr durch den Raum fliegen und selbst die lethargischsten Kollegen auch mal zwischen dem Ein- und Ausstempeln aufstehen müssen – sofern sie etwas drucken. Zwar haben Sie nun gesündere Mitarbeiter, dafür leidet die Druckmaschine latent an einer heimtückischen Krankheit. Sie hat so etwas wie Fleckfieber! Den entsprechenden „Bazillus“ trägt jede Druckmaschine quasi ab Werk schon mit sich. Und die fatalen Folgen, die die buchstäbliche Weiterverbreitung des Fleckfiebers für Unternehmen gegebenenfalls hätte, können blitzschnell zur Seuche werden.
Bei jedem Ausdruck erzeugen Farblaser ein wiederkehrendes Muster aus winzig kleinen und sehr hellgelben Pünktchen. Diese werden Tracking Dots genannt und sind über das ganze Blatt verstreut. Dass das nicht auffällt, liegt an der Farbe. Bei dem Licht, das wir verwenden, ist das helle Gelb nicht zu sehen, und die Größe von etwa dem Zehntel eines i-Punktes tut ihr Übriges. Nur mit Lupe und unter blauem Licht sind die Pusteln zu erkennen.
Die Anordnung der Punkte verrät etwas über das Blatt, nämlich Datum und Uhrzeit des Druckvorgangs. Und weil das noch nicht genug ist, gibt es die Seriennummer des Druckers gleich dazu. So sind Drucke und Kopien nicht nur einem Zeitpunkt zuzuordnen, sondern im Zweifel auch einer Person. Wer mit Aktien recht zu kämpfen hat, der weiß, dass das auch mal schnell zu einem Aufhebungsvertrag führen kann.
Eine Art Aufhebungsvertrag hat die Printmaschine übrigens auch, allerdings in Form einer Festplatte. Alles, was zu Papier gebracht wird, wird digital verarbeitet, zwischengespeichert und aufgehoben. Je nach Größe des Speichermediums findet sich darauf die komplette Sammlung von Angeboten, Verträgen, E-Mails, Kündigungen und Abmahnungen, einfach alles, was Ihre Mitarbeiter mit Firmentoner auf Firmenpapier gebrannt haben.
Läuft die Leasingzeit ab, wird das Gerät getauscht, und mit ihm verschwindet auch die Festplatte. Sie können nur darauf vertrauen, dass Ihr Lieferant diese durch mehrfaches Überschreiben sauber löscht, bevor das Gebrauchtgerät einen neuen Besitzer findet.
Besser noch, Sie lassen sich den Speicher gleich vor Ort ausbauen und aushändigen – das geht für eine Handvoll Euro. Dann sind Ihre Daten sicher. Wer sensible Unternehmensdaten über die gesamte Dienstzeit seiner Druckmaschinen schützen muss, sollte noch vorsichtiger sein. Schon bei jeder Wartung des Geräts laufen Unternehmen Gefahr, dass ein korrupter Servicetechniker die prall gefüllte Festplatte gezielt per Auftrag austauscht und „versilbert“. Für eine Handvoll Dollar oder – viel wahrscheinlicher – Rubel oder Renminbi Yuan.

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